Nicht zu Herzen nehmen?

Gleich kurz hintereinander wird einem Menschen der Rat gegeben, sich die Sache nicht so zu Herzen nehmen. ( 2 Sam 13, 20 und 33) Einmal geht es um die Vergewaltigung Tamars, das andere Mal um Mord an Davids Sohn Amnon. Tamar ist am Boden zerstört. Ihr Bruder meint, sie solle es sich nicht so zu Herzen nehmen.

David stürzt in tiefe Trauer, auch weil ihn zuerst die Nachricht erreicht alle seine Söhne seien tot. Sein Neffe gibt ihm den Rat, es sich nicht so zu Herzen zu nehmen, da alle anderen Söhne noch leben. Fast zynisch in solchen Fällen diesen Rat zu geben. Relativierung von Leid. Die Stellen lassen mich aufmerksam werden, nicht gleich zu argumentieren und zu trösten. Jedes Leid wiegt für die Betroffenen schwer. Der Einzelne kann es sich gar nicht nicht zu Herzen nehmen.

Doch den Satz: „Nimm’s nicht so schwer!“, erklang oft aus der Elterngeneration, vielleicht auch aufgrund der Kriegserfahrungen. Heute ist es zum Glück (meistens) anders.

Aufmerksam bleiben und „billigen“ Trost vermeiden.

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