Gibt es kein Zurück?

Abraham verweigert seinem Knecht, seinen Sohn (Gen 24) in die Heimat zurück zu bringen. Gibt es für einen, der ausgewandert ist, und seine Kinder kein Zurück mehr?

Abraham jedenfalls glaubt, dass Gott ihm den Weg gewiesen hat. Für ihn zumindest ist eine Rückkehr undenkbar. Wohin schickt Gott mich?

Bis zum Äussersten gehen?

Abraham ist bereit, seinen Sohn zu opfern (Gen 22). Abgesehen davon, dass es für mich ein eigenartiger Gott ist, wenn man es so liest, das Gott Abraham auf die Probe stellt, bleibt die Frage: Was heisst es, bis zum Äussersten zu gehen? Für wen oder was? Wozu wäre ich bereit?

Herkunft

In Gen 10 ist eine der zahlreichen Abstammungsreihen aufgeführt. Manchmal wüsste ich gerne, wer meine Vorfahren waren. Die erzählte Vergangenheit reicht gerade mal 2 Generationen in meiner Familie zurück. Zeit für Ahnenforschung?

Verantwortung übernehmen

Genesis 3
[11] Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen? [12] Der Mensch antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. So habe ich gegessen. [13] Gott, der HERR, sprach zu der Frau: Was hast du getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt. So habe ich gegessen.

Gott stellt Adam zur Rede, nachdem dieser von der verbotenen Frucht gegessen hat. Adam schiebt die Verantwortung auf Eva, Eva auf die Schlange. Typisch, denke ich, keiner will es gewesen sein und ertappe mich dabei, dass ich oft genug gleich mache. Warum fällt es so schwer Verantwortung für Fehler zu übernehmen? «Bin ich der Hüter meines Bruders?», wird kurz darauf Kain sagen (Gen 4,9).

Anfangen

  1. Mose 1
    [31] Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
    Es war sehr gut.

Gestern bin ich quer durch Frankreich nach Moissac gereist, um auf dem Jakobsweg weiterzulaufen. Beim Abendessen vor der Klosterkirche beschlich mich so ein komisches Gefühl: Ich konnte mir noch gar nicht vorstellen, dass es heute losgeht. Ich war noch gar nicht angekommen. Das Gefühl ist eine Mischung aus Aufregung und Spannung gewesen. Es war nicht unbekannt. Vor Neuanfängen oder grösseren Herausforderungen habe ich auch. Am Abend habe ich dann in der Bibel den Anfang der Schöpfung gelesen (Gen 1,1-2,4a) und blieb am Satz hängen „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ Genau, habe ich da gedacht, alles ist sehr gut. Alles ist sehr gut, was soll also schief gehen? Wie zum Beweis sah es heute kurz so aus, dass es keinen Platz in der Unterkunft trotz Reservation hätte, aber mein Gastgeber hat schnell improvisiert. Alles ist sehr gut.

Sich in der Bibel wiederfinden

Am 1. August beginnt meine spirituelle Reise auf dem Jakobsweg. Meine Begleiterin: Die Bibel. Von ihr werde ich mich herausfordern lassen, genauer gesagt von ihren Texten. Dabei praktiziere ich keine bestimmte Methode. Es geht es mir auch nicht um exakte theologische Auslegung, sondern um die Fragen, die der Text in dieser Situation, nämlich auf dem Weg-sein, an mich stellt. Vielleicht sind meine Fragen auch deine Fragen. Wenn nicht, dann ist der Textabschnitt den ich gelesen habe, es wert, dass du ihn liest und er deine Fragen an dich stellt.

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